Vitaleurythmie – die Grundlagen

Vitaleurythmie fördert Selbstführung, Eigenkompetenz und den Aufbau von Ressourcen. Dieses „Selfbalancing“ beschreibt die Fähigkeit, sich immer wieder neu kennenzulernen und mit sich gut umgehen zu können.

Ein Übermaß an Stress oder eine chronische Überforderung führen in eine negative körperliche und seelische Anspannung, die langfristig zermürbt und erschöpft. Stress-Situationen lassen sich im Alltag nicht vermeiden. Vielmehr kommt es darauf an, das Steuer nicht aus der Hand zu geben und die aktivierte Energie ins Positive zu verändern – auf verschiedenen Ebenen: körperlich, emotional und mental. Chronischer Stress, Muskelverspannungen, Erstarrung und Reizbarkeit können auf diese Weise in Energie, Heiterkeit, geistige Offenheit, Flexibilität und Tatkraft verwandelt werden.

Das Konzept der Vitaleurythmie basiert auf drei Säulen:

  • Wir betrachten das Problem Stress in seinem Erscheinungsbild und seinen Auswirkungen auf Befinden, Gesundheit und Leben.
  • Wir schauen, wie Stress individuell erlebt wird und erarbeiten ein Navigationsinstrument zum Erkennen verschiedener Verhaltensweisen in Stresssituationen. Dabei setzen wir Achtsamkeit als Instrument ein, um in einen nicht wertenden Kontakt mit uns selbst und unserer Umgebung zu kommen.
  • Wir entwickeln eine Strategie, klären die Motivation und benennen konkrete Ziele. Wir leiten an und unterstützen darin, wie sich kurz- und langfristige Verhaltensstrategien zur Stressbewältigung aufbauen lassen. Dabei orientieren wir uns vor allem an nachhaltigen Ansätzen.

Im Zentrum der drei angesprochenen Punkte stehen Bewegungsübungen, die erfahrbar machen, worum es geht und welche Perspektiven sich bieten, damit konstruktiv umzugehen.

Stress ist unser Hauptthema – auf die gleiche Weise arbeiten wir auch zu Themen wie Achtsamkeit, Kommunikation, Teamfähigkeit, Führung und Selbststeuerung (Personal Mastery).

Die Methode der Vitaleurythmie wurde von Christiane Hagemann und Michael Werner entwickelt, mit dem Ziel, die Vitalität anzuregen und zu unterstützen – körperlich, emotional, mental.

Vitaleurythmie – die Methoden

Wir arbeiten mit aufeinander abgestimmten Bewegungsfolgen, geleiteten Übsequenzen, Gesprächen in Kleingruppen, Achtsamkeit, Reflektion der gemachten Erfahrungen und Selbstreflektion, Kreativitätstechniken, Kurzvorträgen. Je nachdem, was thematisch und bei den Übungen im Fokus steht, kann Vitaleurythmie verschiedene Ziele und Effekte haben: sie kann Verspannungen lösen, die soziale Wahrnehmungsfähigkeit aktivieren und steigern, Schlafstörungen bessern, aber auch Team-Prozesse unterstützen und die gemeinsame Leistungsfähigkeit steigern. Sie erfahren eine tiefe körperliche und mentale Entspannung und werden spürbar entschleunigt. Gruppenprozesse werden bewusst und somit besser handhabbar.

Bei diesen Bewegungsübungen der Vitaleurythmie arbeiten wir mit den Kräfteprinzipien der vier Naturelemente: Erde, Wasser, Luft und Feuer.

Vitaleurythmie stellt eine Weiterentwicklung der Eurythmie dar, indem sie deren Elemente aufgreift und variiert, fokussiert auf Stress, Regeneration und Revitalisierung.

Vitaleurythmie – die Ziele

Die Ziele unserer Arbeit unterscheiden sich – je nachdem, welches Thema im Mittelpunkt steht, ob Sie als Einzelperson zu uns kommen, oder ob Sie als Team, Gruppe oder Kollegium mit uns zusammenarbeiten wollen. Dabei berücksichtigen wir gerne Ihre individuellen Wünsche.

Mögliche Ziele für Einzelpersonen sind zum Beispiel:

  • mit sich in Kontakt kommen
  • Stresstoleranz aufbauen
  • das eigene Stressverhalten verbessern
  • sich entspannen lernen
  • individuelle Achtsamkeit aufbauen
  • Erschöpfung und Burnout vorbeugen
  • innere Balance finden
  • zur Ruhe kommen
  • Vitalität stärken
  • die eigene Lebendigkeit spüren
  • Lebensfreude gewinnen
  • Gesundheit durch Bewegung unterstützen
  • Wahrnehmungsfähigkeit schulen

Mögliche Ziele für Teams, Gruppen und Kollegien:

  • Kommunikation verbessern
  • Achtsamkeit entwickeln
  • Zusammenarbeit unterstützen
  • Begegnung ermöglichen
  • Stresstoleranz aufbauen
  • Motivation stärken
  • Leistung steigern
  • Konfliktfähigkeit üben

Eurythmie – eine Bewegungskunst mit hundertjähriger Tradition

Der Begriff Eurythmie stammt aus dem Griechischen und heißt wörtlich übersetzt “schöner Rhythmus”. Dabei ist “schön” weniger äußerlich zu verstehen, als vielmehr im Sinne von “harmonisch”, “im Gleichklang von Innen und Außen”.

Eurythmie ist eine Bewegungskunst, die ausdrückt, was in Sprache und Musik lebt. Sie wird auf der Bühne, in der Pädagogik, im Arbeitsleben (Betriebseurythmie) und in der Medizin (Heileurythmie/Eurythmietherapie) ausgeübt.

Vitaleurythmie leitet sich daraus ab: Sie verwendet die Grundelemente der Eurythmie und erweitert sie um Konzepte aus der Stressforschung.

Entwickelt wurde die Eurythmie von dem Wissenschaftler und Philosophen Dr. Rudolf Steiner (1861-1925), der Anfang des 20. Jahrhunderts die Anthroposophie als Geisteswissenschaft begründet hat.

Die Elemente der Sprache und der Musik bilden die Grundlage, das “Material” der Eurythmie. Dass sich einzelne Konsonanten und Vokale, die Dynamischen Kraftfelder der Laute, auf den Organismus und seine Funktionen auswirken, ist durchaus kein Hokuspokus. Schon Paracelsus sprach davon, dass jeder Mensch über einen “inwendigen Arzt” verfügt, dem lebendige und regenerierende Kräfte eigen sind. Mit diesen Lebenskräften, die ständig im Fluss sind und das gesamte Spektrum aller Laute abbilden, arbeitet die Eurythmie und auch die Vitaleurythmie.